English Language
Anmeldung | Member
 
Infos, Tipps & Tricks und Mehr
1. Rechtliches
2. Emotionales
3. Medizinisches
Tipps & Tricks
Seminare

Basics & Definitionen
BP-Geschichte
Definition
Regeln
Sessions
Ursprünge

Ausrüstung
Seil und mehr
Suspension
Start | Infos | Vorschau | Shop | Filme | Links | Forum


Seil und mehr

Seil und anderes für Bondage



1. Wie baut man einen Nasenhaken? (Galerie)

2. Arten von Seil - wie man damit umgeht, wie es behandelt wird und mehr ...

Zur allgemeinen Seilbondage kann man die verschiedensten Arten Seil verwenden. Das gemütlichste fertig gekaufte Bondage Seil ist Baumwollseil ohne Seele (kein umflochtener Mittelstrang), am besten in 8 mm Durchmesser. Um die Enden zu versäubern kann man Klebeband nehmen, einen Knoten schlagen oder es so machen wie die Seeleute. Für letzteres braucht man Nadel und Faden. Man nimmt ca. 50 cm Faden und wickelt ihn mehrmals um das Ende des Seils. Dann vernäht man das restliche Ende so, das die einzelnen Lagen sich nicht verschieben können. Baumseil ist wegen seiner geringen Bruchlast nicht für Suspensions geeignet.
Andere Leute schwören auf weiches Nylonseil wie es beim Segeln oder Bergsteigen zum Einsatz kommt. Aber alle Arten Seil, besonders Nylon, können einen Seilbrand verursachen, wenn man es mit Druck und schnell über menschliche Haut zieht. Nylon Seil kann man versäubern, indem man die Enden mit einer Gasflamme anschmilzt.

In der meisten Zeit in der ich Bondage gemacht habe, habe ich schwarzes oder weißes Baumwollseil benutzt. Doch inzwischen schwöre ich auf Hanf- oder Juteseil (6 mm Durchmesser, dreischäftig gedreht). Wenn man das Seil roh wie gekauft benutzt, passiert es schon mal, daß es zu Hautverletzungen kommt. Das gleiche Problem passiert mit Sisal- und Kokosseil, die noch rauher sind.

Wer sein Hanfseil so vorbereiten will, daß es anschmiegsam und weich ist, muß eine ganze Menge Zeit und Energie hineinstecken oder es fertig präpariert kaufen. Daher sollte man sich vorher überlegen, ob es einem das wert ist. Wer die Frage bejaht, hat hinterher ein Seil welches besonders weich ist und zu dem er ein persönliches Verhältnis hat. Natürlich kann man sich auch anders entscheiden, wichtig ist dabei, daß man sich auch von seinen Sinnen leiten läßt und den Geruch, die Struktur oder die Farbe des Seils mag.

Einige Worte zur Vorbereitung von Hanf Bondage Seilen:

A: Nasse Methode (Chiba Sensei/Randa Mai) bei sehr festem und harten Seil
Zuerst prüft man das Seil auf grobe Verunreinigungen (Spelzen und Ähnliches entfernen), Unregelmäßigkeiten (unregelmäßig gedrehte Stücke nicht benutzen).
Jetzt kocht man das Seil etwa 5 Stunden in einem Topf mit genügend heißem Wasser, damit das Seil nicht anbrennt. Gegen den strengen Geruch hilft ein offenes Fenster und eine geschlossene Küchentür.
Das Seil muß in Ruhe trocknen, am besten in Raumtemperatur. Das kann bis zu 5 Tagen dauern. Auch wenn es sich nach etwa 2 Tagen außen trocken anfühlt, ist es innen noch nicht trocken. Um die Spannung in den Seilwindungen zu erhalten, sollte das Seil auf Zug aufgespannt sein. Nach dem Trocknen nimmt man sich einen kleinen Gasbrenner (Gasherd, Gasfeuerzeug) oder Campingkocher (auf Standsicherheit achten), die Flamme auf Minimum gestellt. Jeweils 30 bis 40 cm des Seils zwischen den Händen spannen und in mittlerem Tempo durch die Flamme ziehen. Die feinen Hanfpartikel werden abgebrannt, das Seil selbst darf nicht anbrennen. Dabei sollte man gut lüften.
Das Seil jetzt mit einem feuchten lappen abreiben und trocknen lassen.
Jetzt nimmt man Babyöl, Neoballistol, Nerzöl oder ein ähnliches nicht verharzendes Öl und reibt jeweils ein paar Tropfen in das Seil ein. Während dieser Prozedur kann man nochmal auf herausstehende Spelzen achten, die man restlos entfernen sollte.
Das Seil für ein paar Tage ruhen lassen. Wenn das Seil noch nicht weich genug ist, kann man das Seil ein weiteres Mal für 5 Stunden kochen. Überzähliges Öl wird abgesondert und schwimmt oben im Wasser.
Danach das Seil mindestens 1 Woche durchtrocknen lassen.
Wenn das Seil vollständig trocken ist, sollte man es mehrmals durch die Finger laufen lassen und durchbewegen, danach ist es gebrauchsfertig. Es wird übrigens durch häufigen Gebrauch noch anschmiegsamer.

B: Trockene Methode (nur bei sehr weichen Hanfseil-Sorten und bei Jute-Seil)
Eine gute Idee ist es immer, neu gekauftes Seil zuerst einmal zu waschen. Damit kann man sicher sein, daß Chemikalien, mit denen das Seil behandelt wurde oder Schmutz entfernt werden. Waschen kann man das Seil bei 90 Grad mit Kochwaschmittel in der Waschmaschine (damit es sich nicht so leicht verhedert, das Seil in einen Wäschebeutel oder einen alten Kopfkissenbezug packen). Danach sollte man es zum Trocknen aufhängen und es zwei bis drei Tage gut durchtrocknen lassen.(Seil unter Spannung trocknen und natürlich auf Fehler untersuchen - siehe oben)
Als nächsten Schritt sollte man das Seil doppelt nehmen und es so irgendwo befestigen. Wer Seilzöpfe machen kann, kann dies auch tun. Dann sollte man das Seil zusammendrehen so fest es geht. Dabei kann man z.B. einen Kochlöffel als Drehhebel benutzen. Diese Prozedur wiederholt man in der anderen Richtung. Jetzt das Seil durch einen Karabinerhaken oder eine Öse mehrmals hin und her bewegen, dabei bietet es sich an, es sich nicht nur einfach durchzuziehen, sondern es stattdessen mit einer Doppelschlaufe durch die Öse laufen zu lassen.
Jetzt sollte man das Seil durch die Flamme eines Gasbrenners ziehen (näheres siehe oben). Achtung, auf Standsicherheit des Brenners achten und aufpassen, daß nur die überstehenden Spitzen abbrennen. Am Schluß nimmt man einen groben, sauberen, leicht angefeuchteten Lappen mit dem man möglichen Ruß entfernt, indem man das Seil mehrmals damit abstreicht. Wer Zugriff auf Nerzöl (dient als Lederpflegemittel, kann man in deutschen Apotheken erwerben) hat, kann mit einem weiteren Lappen etwas davon auf dem Seil verteilen. Neoballistol (oder die Waffenöl-Variante Ballistol) oder Babyöl kann man auch nehmen.
Übrigens: Hanf und Juteseil gibt es in 6mm Durchmesser im Schlagzeilen-Shop. Bruchlast 220 kp! Sowohl als Meterware, als auch als fertige Seilsets.

C: Allgemeine Anmerkungen
Eine gute Idee ist es, das Seil vor der Bearbeitung in gebrauchsfertige Längen zu schneiden, damit das Seil sich nicht so leicht vertüdelt. Für japanische Bondage werden die Seilenden mit einem einfachen Knoten (Überhandknoten) versehen (die geknoteten Enden bilden eine Art Knopf, der fixiert werden kann, sobald Seillagen eine Art Knopfloch bilden, durch den der Knoten dann geschoben werden kann). Die Standardlänge für Seile, die ich in meinen Bondage-Sets benutze, ist 8 Meter. Eine gute Regel ist: Die Seillänge eines Seils sollte bei doppelt gelegtem Seil ausreichen, eine Handfesselung hinter dem Rücken zu machen und dann noch zwei mal um Oberkörper und Arme gehen. Dabei sollte noch genug Seil übrig sein, um das Ende zu befestigen.

Viele Leute fragen immer wieder, welche Seillängen sie als Bondage-Einsteiger brauchen. Als Starter Kit für einfache (nicht japanische) Seilbondages empfiehlt sich eine Länge von 24 Metern, die dann in geeignete Stücke geschnitten werden. Einmal 12 Meter für eine Körperbondage, einmal 6 Meter für die Beine und zwei Stücke a 3 Meter für die einzelnen Hände. Sobald man sich an aufwendigere und auch an japanische Bondages heranwagt braucht man natürlich mehr. Wenn man die Bondages von unserer BONDAGE CD oder den Bondage Workshop Videos nachbauen will, reichen 7 Stücke a 8 Meter.
Sobald man ein sehr ausführliches Spinnennetz zwischen zwei Bäumen oder an einem Bondagerahmen befestigen will, braucht man aber erheblich mehr.
Wenn das Seil für eine bestimmte Bondage zu kurz ist, kann man es problemlos mit einem weiteren Stück Seil verlängern. Daher sollte man nicht mit Seil sparen, wenn man vor hat häufiger Seil Bondages zu machen.

Übrigens: Unbearbeitetes Hanfseil wird mürbe, wenn es zu lange in der Sonne liegt oder größeren Temperaturschwankungen ausgesetzt wird. Das gilt auch für andere Naturfasern.

Mir ist klar, daß das alles sehr aufwendig klingt, aber das Ergebnis wird jeden entschädigen, der das auf sich nimmt. Von der Weichheit fühlt es sich eher wie Wolle an und wirkt damit weicher als jedes Nylon- oder Baumwollseil. UND man kann es sehr schnell durch die Hände gleiten lassen oder am Körper des Bondage Opfers entlang, ohne daß es zu Seilbrand kommt.

Sobald man Hanfseil waschen will, weil man es z.B. a durch den Schritt einer Frau gezogen hat und es jetzt an jemand anderem nutzen möchte, dann sollte man es in handwarmem Wasser mit einem kleinen Zusatz eines Wollwaschmittels ausspülen. Um das Seil zu sterilisieren kocht man es in einem Schnellkochtopf, der eine höhere Kochtemperatur erreicht, etwa 45 Minuten. Danach eventuell etwas nachölen. Blut entfernt man wie üblich indem man das Seil möglichst umgehend für 3 Stunden in kaltes Wasser legt und es dann lauwarm auswäscht. Gegen Wachsflecken benutzt man heißes Wasser um das Wachs weich zu machen, dann kann man es entfernen.

Zusätzliche Infos zum Thema Seile aus Hanf (Dank an Fesseltrieb.de):
Was passiert, wenn das Seil nass wird? -
Hierzu gibt es einen tollen Link!

Was passiert, wenn Kerze und Seil zusammenkommen? Auch hierzu ein Link!

Natürlich ist es möglich Bondage auch mit Zwangsjacken, Ledermanschetten, Ketten oder Handschellen zu machen. Daher braucht man als Bondage-Freund nicht zu einem Seilartisten zu mutieren. Es gibt KEIN richtiges Bondagematerial, solange die Utensilien vom Aktiven so benutzt werden können, daß es nicht zu versehentlichen Verletzungen kommt.
Normalerweise haben Handschellen recht harte Kanten, daher sollte man nicht zu stark an ihnen ziehen, die Nerven und die Haut des Opfers werden es einem danken. Von Zeit zu Zeit sollte man Bondage Equipment aus Metall mit etwas Öl behandeln (empfehlenswert ist Ballistol). Ein zweiter Schlüssel für alle abschließbaren Teile sollte immer an einem bekannten Ort aufbewahrt werden, falls der erste mal verlegt wird.
Ledermanschetten und alles andere aus Leder sollte von Zeit zu Zeit mit gutem Lederwachs behandelt werden, damit das Leder nicht brüchig wird.
Wer nur Ketten zur Bondage benutzen will, sollte vorher überprüfen, ob die Kette irgendwo (z.B. an den Schweißnähten) scharfe Kanten hat. Verletzungsgefahr! Ketten sind das ungemütlichste Bondagematerial, weil sie so unnachgiebig sind und die haut sich leicht zwischen zwei Kettengliedern eingeklemmt wird. Daher ist es besser, Ketten eher zusammen mit Ledermanschetten zu benutzen.

Natürlich kann man noch sehr viel mehr zu diesem Thema sagen, aber hier soll keine Neuauflage des Bondage Handbuches entstehen.

Copyright by Matthias T. J. Grimme, www.bondageproject.com

Tips zur Seilpflege als Adobe Acrobat Dokument (PDF) herunterladen!(82 kb)

www.bondageproject.com | Kontakt / Impressum
 
vgwort