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1. Zur Entstehung von Bondage Project und Japanbondage.de

2. Über das magische Dreieck

3. Letters from Tokyo
Alle Folgen aus dem Schlagzeilen-Magazin mit Texten u.a. von Osada Steve

 


1. Zur Entstehung dieser Seiten - Wie es begann

Liebe Freundinnen und Freunde japanischer Bondage, da es sich nun einmal so entwickelt hat, daß uns der feine Duft bearbeiteten und gewachsten Hanfseils, das Geräusch mit dem es sich über die Haut bewegt, die Struktur, die es auf menschlichem Gewebe hinterläßt, die Formen, die es dem menschlichen Körper aufzwingt, nicht mehr loslassen, glauben wir, daß es auch noch andere Menschen gibt, die sich dieser Faszination nicht entziehen können.

Als ich, Matthias, 1977 zum ersten Mal eine Frau fesselte, dienten Baumwollschals als geeignetes Mittel. Diesem ersten Mal gingen mehrere Diskussionen voraus, dass es ja frauenverachtend und chauvinistisch sei, solche Gelüste zu haben. "Aber wenn es Dich so geil macht - na denn..." Erst nach Überwindung unseres Schuldgefühls, nach mehreren Diskussionen, trauten meine damalige Freundin und ich uns, erotisches Fesseln auszuprobieren.

Damals und lange Jahre später, als ich mit Seil, Handschellen oder Ledermanschetten fesselte, ging es in erster Linie darum, das "Opfer" bewegungslos zu machen, ungehinderten sexuellen Zugriff zu haben. 1992 sah ich zum ersten Mal ein Heft mit japanischer Bondage. Ich war mit Dana und meinen Kollegen aus dem Charon Verlag auf Betriebsausflug. Ich konnte meine Faszination so wenig verbergen, daß Dana mir das Heft kaufte und es mir schenkte (das erste Mal in meinem Leben, daß ich von einer Frau, ein „Pornoheft“ geschenkt bekam). Es war eines dieser eher mäßig gedruckten, kleinen Din A5 Heftchen, die es auch noch heute zu kaufen gibt. Die Bilder zeigten mehr als nur gefesselte Frauen in eindrucksvollen Posen. Sie waren sowohl künstlerisch als auch erotisch stimulierend. Fotos, die kleine schmutzige und aufregende Geschichten zu erzählen schienen.

Liebevoll arrangierte Details, traditionell japanische Interieurs, geheimnisvolle Beleuchtung, die ernsten, schamhaften Gesichter der Modelle, das Verdecken der weiblichen Scham durch Seifenschaum, Papierblumen oder durch den schwarzen Strich des (japanischen) Zensors irritierten mich, aber all das zusammen gab es den Bildern einen ungewohnten, zusätzlichen Reiz. Seit 1995 begann ich im Internet nach Bondage- und SM-Bildern zu suchen. Trotz regelmäßigen Aufräumens habe ich inzwischen eine recht ansehnliche Sammlung japanischer Bondage-Bilder auf meiner Festplatte. Die Vorstellung, daß die Anzahl der Bilder unbegrenzt sei, stellte sich als Irrtum heraus. Die hauptsächlich in den Newsgroups alt.binaries.pictures.erotica.bondage und alt.binaries.pictures.erotica.orientals gefundenen Bilder zeichneten sich dadurch aus, daß sie immer wieder von neuem gepostet wurden.
Da gibt der japanische Markt sehr viel mehr her, gibt es doch Magazinreihen, die wöchentlich oder mindestens monatlich mit einem neuen Heft herauskommen.

Doch die Anzahl der wirklich schönen Bilder ist begrenzt. Bekannte Fotografen wie Araki, die japanische Bondage auch in Europa fast kunstfähig gemacht haben, gibt es recht wenige. Die meisten Bilder werden mit Pornomodellen gemacht. Und den Unterschied zwischen der eher künstlerischen und der mehr pornografischen Bondage-Fotografie merkt man deutlich. 1998 begann ich mit der Arbeit an meinem Bondage-Handbuch (erschienen im Charon Verlag - genau, wie das später einschienene Japan-Bondage Handbuch) und das führte automatisch zu einer intensiveren Beschäftigung gerade mit den Feinheiten japanischer Bondage. Manches erschien mir einfach und klar, gerade nach dem jahrelangen Betrachten von japanischen Bildern. Aber vieles war mir unbegreiflich, manches hatte ich auch schlicht und einfach übersehen. Der Erfolg meines Buches und meine neu erwachte Leidenschaft führten dazu, daß ich ein weiteres Buch machen wollte, diesmal eher bildorientiert und ganz der japanischen Seil-Bondage gewidmet. Mit viertelseitigen Anzeigen in den Schlagzeilen begann ich Modelle zu suchen. Bei den ersten Terminen wurde mir klar, daß ich nur gute Bilder machen konnte, wenn es zumindestens ein wenig erotische Spannung zwischen dem Modell und mir gab. Aber irgendwie kam ich nicht so recht vorwärts.
Im Mai 2000 war ich dann in Tokyo und hatte die Gelegenheit einigen Mistresses und Mastern zuzuschauen, dumme Fragen zu stellen und mich mit meinen Bondage-Künsten zu blamieren. Aber die Japaner sind ein höfliches Volk, deswegen haben sie es mich nicht spüren lassen. Japan bescherte mir diverse Aha-Erlebnisse. Und plötzlich wußte ich, was wie und warum funktioniert. Ich lernte wie die Hanfseile gepflegt werden, so daß sie weich und anschmiegsam genug wurden. Ich verstand, warum die Japaner eigentlich immer das Seil doppelt nehmen, weshalb die Enden ungespleißt sind und stattdessen verknotet werden.

Zurück in Hamburg stürzte ich mich in die Praxis, kaum eine Party, auf der ich nicht gleich mehrere willige Opfer fand. Gerne vermittelte ich die Erfahrung, von Seilen gehalten, umfangen, getragen zu werden. Viele meiner Freunde und Bekannten fragten mich nach meinen Erfahrungen in Japan. Um all diesen Nachfragen gerecht zu werden, begann ich mit dem Aufbau dieser Seite.

Irgendwann reizte es mich, selbst auszuprobieren, wie es aussieht, wenn ich selbst Bondage-Bilder mache. So entstanden die Galerien mit europäischen Modellen.
Dana, die bisher Bondage eher todlangweilig fand, war von ihren ersten Hängeerfahrungen so begeistert, daß sie Lust bekam, diese Technik auch zu lernen. Aber auf Dauer fand sie das dann doch nicht so aufregend.
Eines Abends meinte sie zu mir, daß ich doch bisher so viel Material hätte und daß es schade sei, zu versuchen, das alles in ein Buch zu packen. Ob es denn nicht viel schöner wäre, ein vierteljährlich erscheinendes Magazin herauszugeben. Leider gab es nur eine Ausgabe von Japanbondage.de.

Doch online konnte man die Bilder sehr viel besser und auch kostengünstiger veröffentlichen. Und so entstand die Idee zur Webpräsenz Japanbondage.de und kurze Zeit später Bondageproject.com ...

Im Jahr 2000 machte ich in Berlin eher zufällig meine ersten beiden Auftritte mit der Ropecat Nicole. Aus dieser Begegnung wurde über die Jahre eine intensive Beziehung, die weit über unser gemeinsames Fesseln hinaus reicht. Ohne Nicole würden die ganzen Seminare und Auftritte nicht halb so viel Spaß machen. Hier mal mein tiefer Dank für ihre Bereitschaft, all den ganzen Bondage-Unsinn weiterhin mit mir anzustellen - trotz Rockenhause, Herne und Buchholz.

Mein Dank gilt auch meinem ersten Bondage-Lehrer Randa Mai, dessen Bilderserien auf der Webseite Kikkou.com wohl mit die erste englischsprachige Quelle für Wißbegierige war. Und natürlich gilt mein Dank auch meinem Freund Osada Steve (damals noch Steve Hauser) und seiner Gastfreundschaft und all den Möglichkeiten, die er mir gezeigt hat. Und natürlich allen anderen japanischen Fesslerinnen und Fesslern, die mir erlaubten ihnen auf die Finger zu schauen. Da natürlich ganz besonders Akechi Denki, Chiba und Yukimura Haruki.

Über die Jahre war ich 9 mal in Tokyo (meist mit einem oder zweien meiner Modelle), habe in den letzten Jahren (bis 2015) mit mehr als 200 Modellen gearbeitet, mache jährlich diverse Shows und Demos. Dazu kommen noch jede Menge von mir veranstaltete Workshops. So habe ich schon halb Europa kennengelernt und manchen Veranstaltungsort in Tokyo. Und immer wieder mal muß ich etwas Neues ausprobieren.

Hier findet man unseren Begrüßungs-Text bei Eröffnung unserer Bondage-Webseite im Jahr 2000 - damals noch mit der Idee ein gedrucktes Magazin herauszubringen. Leider erschien davon nur eine Ausgabe.


Mein erstes mobiles Bondage-Gestell auf dem CSD 2001 in Hamburg

Im Bondage Magazine Vol. 4 gab es einen Artikel über mich, den kann man hier downloaden:

 

2. Das magische Dreieck oder die Kunst ästhetisch inszenierter Hingabe

Japanische Seil-Bondage oder Shibari besteht aus mehr als einem Fesselkünstler und seinem Model, es ist in seiner schönsten Asuprägung ein Ausdruck von Hingabe und ihrer Annahme, Liebe, Geborgenheit, Zärtlichkeit, Halten und Gehaltensein, abgegebener und übernommener Verantwortung. Die scheinbare Einschränkung von Bewegungsfreiheit durch die Fesseln kann zu einer tiefen inner Befreiung werden, der in die unterschiedlichsten Haltungen gezwungene Körper findet eine fast meditative Ruhe. Ähnlich dem bewegungslosen Sitzen buddhistischer Mönche kann die Sicherheit des fachgerecht benutzen Seils der Weg in einen tranceähnlichen Zustand innerer Ruhe werden.
Zuerst begegnete den Europäern japanische Bondage in kleinen schlecht gedruckten Heftchen Mitte der 70iger Jahre. Titel wie "Cherry Blossom" brachten schon hier die romantisch-lyrische Komponente zum Ausdruck. Bücher wie Nobuyoshi Arakis "Tokyo Lucky Hole" aus einem der großen Fotobuch Verlage, die Verbreitung des Internets und Filme wie "Tokyo Decadence" zeigten Japanische Bondage als originären Bestandteil erotischer Kultur im heutigen Japan. Inzwischen taucht japanische Bondage sogar in der normalen Werbung auf (Chiemsee) und wird in Seminaren und Workshops, auf Mailinglisten und besonders auf der berühmten Seite www.kikkou.com einem neugierigen und wissensdurstigen Publikum vermittelt.
So wie die Japaner sich an den erotischen Inszenierungen westlicher Kultur bedienten und deren direkten Blick in ihre Kunst integrierten, so griffen ihrerseits auch viele westliche Seilkünstler die Anregungen aus dem Land der aufgehenden Sonne auf.
Natürlich stellte sich hier schnell die Frage, ob es sich immer noch um Shibari handelt, wenn westliche Hände Seil um westliche Körper schlingen, auch wenn sie sich in Japan entwickelter Fessel-Grundformen bedienen. Die Benutzung von japanischer Dekoration (Kimonos, Bambus, Papierbespannter Schiebewände, Bonsais) in der westlichen Bondage-Fotografie will eine Stimmung vermitteln, wie sie in der japanischen Bondage-Fotografie erzeugt wird. Dennoch gibt es einen entscheidenden Unterschied zwischen dem westlichen und dem östlichen Blick und den dazugehörigen Inszenierungen.
In der japanischen Bondage-Fotografie tauchen Assesoires auf, die in der westlichen Fotografie fast gänzlich fehlen: Dildos, Urinierbecken, Einlaufutensilien, Vibratoren, also Hinweise darauf, daß es hier um mehr als eine ästhetisch künstlerische Inszenierung geht. Unabhängig davon kann man im Angebot japanischer Bondage-Fotografie verschiedene Schwerpunkte erkennen: Mal ist der Fotograf Chronist, mal Pornograf und ein anderes Mal ist es der Blick rein künstlerischer Inszenierung.
Westliche Shibari-Fotografie hingegen ist zwar ein erotisches Experiment, eine abenteuerliche Reise, doch der Blick focussiert sich auf die Schönheit der Hingabe, des gefesselten, dem Seil ausgelieferten Körpers, dem in sich gekehrten Blick des scheinbaren Opfers. Sex oder gar Geilheit ist in der westlichen Bondage Fotografie nur in transzendierter Form vorhanden.
Doch eines haben beide gemeinsam: Japanische und japanisch inspirierte Bondage Bilder spielen immer mit dem Blick. Dem Blick des Models, dem Blick des Fotografen und dem Blick des Betrachters. Dieses Dreieck ist ein recht alter Topos japanischer Erotik. Schon auf 300 Jahre alten Holzschnitten wird das Spannungsverhhältnis von zugewandtem Paar und einem weiblichen oder männlichen Beobachter dragestellt. Auch wenn in der modernen Fotografie nur noch eine der beteiligten Figuren abgebildet ist und die anderen beiden abstrahiert bleiben, so bleibt diese Inszenierung von Fleisch und Seil, Blick und Interieur doch nur so lange wirkungsvoll, wie es dieses Dreieck gibt.
So wie der Seilkünstler nichts ist ohne sein Model, so ist das erotische Bondage Bild nichts ohne einen Betrachter.
In diesem Sinne führt uns Bondage Project in eine Welt der Schönheit, der sinnlichen Träume und erfüllten Sehnsüchte. Der Betrachter ist eingeladen auf eine sehr persönliche Reise und wird so zu einem Teil des magischen Dreiecks.

3. Letter from Tokyo
Alle bisher erschienen Folgen aus dem Schlagzeilen-Magazin mit Texten u.a. von Osada Steve

www.bondageproject.de | Kontakt / Impressum