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Definitionen

Japan - Asian - Bondage
Zungenfolter - Stäbchenpresse

Galerie mit japanischen Bondage Namen

Englisch/Japanisches Bondage Glossar
(Dank an Ropemarks)

Alle Texte sind veröffentlicht im Papiertiger, einem Service von Datenschlag.
Siehe dort auch für weitere Einträge des SM Lexikons

Der Papiertiger: Japan

Der Papiertiger hatte Kontakt zu einer japanischen Gruppe von Sadomasochisten (vgl. Danksagungen). Von dieser stammen die Beschreibungen spezifisch japanischer Eigenarten.
Der Mainstream bekam in Europa etwa 1993 Kontakt mit einem Teil des japanischen Sadomasochismus über den Film Tokio Dekadenz, siehe dort.
In einer Art japanischer SM-Welle Anfang der 80er Jahre wurde Sadomasochismus zunehmend in der jap. Öffentlichkeit bekannt und aus den USA wurde der Kult um die Farbe Schwarz eingeführt. Interessanterweise scheint Schwarz eher für Spiele mit einem männlichen Bottom und weiblichen Top wichtig zu sein, nicht so sehr mit anderer Rollenverteilung. Im "traditionellen" jap. SM scheint die dominierende Farbe eher rot zu sein, besonders als Farbe der Spielzeuge (rotes Wachs, rote Seile). Für Fesselspiele wird von vielen Japanern als Material für die Seile ungefärbter Hanf bzw. Jute bevorzugt. Die damit verbundene Ästhetik hat inzwischen auch im Westen viele Liebhaber gefunden.
Die allgemeine sadomasochistische Literatur scheint in einer ähnlichen Situation zu sein wie in Deutschland: Bücher über sichere Praktiken sind Mangelware und wenn vorhanden unrealistisch (Stand 1996).

In der Literatur geniesst die Geschichte der O einen ähnlich hohen Stellenwert wie unter Sadomasochisten im Westen. Umgekehrt gibt es eine Beeinflussung des hiesigen Sadomasochismus durch J. in Folge der Manga und Anime. Zwar gibt es auch westliche Comics, die sich mit dem Thema beschäftigen, doch scheint es in J. stärker in die allgemeine Comic-Kultur eingebettet zu sein.
Der amerikanische Einfluss erstreckt sich auch auf die Sprache, so sind ein ganze Reihe von Begriffen aus dem Englischen japanisiert worden. So ist muchi das jap. Wort für Schlaginstrumente von Peitsche bis Rohrstock, aber Abwandlungen von whip und crop werden benutzt. Für Paddle gibt es den Ausdruck padoru, Knebel ist nicht nur sarugutsuwa, sondern auch gyagu (eng. gag) und Ballknebel wird damit zu boru gyagu. Auffällig sind auch korusetto für Korsett, buutsu für Stiefel (engl. boots) und gomu bzw. rabar für Gummi (eng. rubber). Der Sadomasochimus selbst wird als sado-mazo bezeichnet.
Daneben gibt es natürlich eigene Worte: Seil nawa, Kette kusari, Handschellen tejou bzw. tekase, Knoten musubime, Augenbinde mekakusi, Kapuze zentou-masuku bzw. fuudo (vielleicht von eng. hood), Halsband kubiwa, Leder kawa.

Für Personen und Titel gibt es Zofe meido (eng. maid) oder jochuu, Sklave (beide Geschlechter) dorei, Herr shujin (als Anrede (?) goshujin-sama), Herrin joou-sama, Spielzeug omocha, Gefangener (beide Geschlechter) horyo.
Gefühle sind: Schmerzen itami bzw. kutsuu, Freude bzw. Vergnügen kaikan, Erniedrigung kutsujoku bzw. haji, Unterwürfigkeit fukujuu bzw. kuppuku. Bestrafung shobatsu, Folter goumon, Macht chikawa bzw. kenryoku.

Bei Fesselspielen scheint es eine vom Westen abweichende Tradition in der Art zu geben, wie die Hände des Bottom gefesselt werden. Während im Westen die Hände eher an den Handgelenken zusammengebunden werden, liegen in J. die Unterarme eher parallel zueinander, so daß die Fingerspitzen an den Ellbogen des anderen Arms zu liegen kommen. Dazu wird noch (bei Frauen) ein Strick über- und unterhalb der Brüste geführt, der um Oberarme und Oberkörper läuft.
Ein Spiel, das im europäischen Kulturkreis fast unbekannt ist ist die Nostril Torture*.

*Nostril Torture:
Engl. für eine Spielart, wo die Nasenlöcher als Strafstelle einbezogen werden. Zwei in Japan beliebte Versionen sind (stumpfe!) Haken, die entweder an den Seiten der Nasenlöcher angesetzt werden und über ein Gummiband um den Kopf die Nase schmerzhaft in die Breite ziehen oder weiter vorne angesetzt werden mit einem Riemen, der über die Stirn nach hinten geht und es dem Top ermöglicht, den Bottom ohne viel Aufwand den Bottom dazu zu bringen, den Kopf in den Nacken zu legen. Weitere Varianten sind das Anbringen von Klammern an den Nasenflügeln. *Cave*: Beachten muss man bei Manipulationen an und in der Nase, daß an der Nasenscheidewand viele Gefässe sitzen, die relativ leicht und dann auch heftig bluten können - auf keinen Fall spitze oder scharfe Spielzeuge benutzen! Bei geknebelten Bottoms kann Nasenbluten in die Lunge gehen und tötlich sein, sehr schweres Nasenbluten (med. Epistaxis) kann durch den Blutverlust erstaunlich schnell zum lebensgefährlichen Schock führen. Eine exquisite Form der Peinigung, dessen Gefährlichkeit oft unterschätzt wird.

 

Der Papiertiger: Asian Bondage

Aus Asien insbesondere Japan stammende Schule der Fesselspiele bei der versucht wird, Körper und Fesselmaterial zu einem möglichst ästhetischen und harmonischen Ganzen zu verbinden. In seiner höchsten Ausprägung beansprucht AB den Status von Kunst, wobei das Muster der (meist) Seile und die dem Gefesselten aufgezwungene Körperhaltung sich ergänzen und zu einer emotionalen Aussage vereinigt werden. Im Gegensatz dazu erschöpft sich Bondage im Westen, insbesondere in den USA, mehr in einer Präsentation des gefesselten Körpers, ohne sonderlich auf die Fesselung zu achten. Am ehesten näherte sich Willie, John den Idealen der AB, obwohl seine Zeichnungen eher Ordnung und Strenge zu erreichen versuchen als Ästhetik. In letzter Zeit macht sich im Westen auch ein verstärkter japanischer Einfluss deutlich, so in den Arbeiten von Berquet, Gilles (s. Eintr.: Erotic Art Museum Hamburg). Inzwischen wird im Westen der Begriff für alle Formen des Bondage benutzt, wo das Ziel der Fesselung eine präzise und anmutige Verbindung zwischen Seilen und Körper des Bottoms ist, so daß oft nicht mehr klar getrennt werden kann, welche Elemente nun wirklich aus dem Osten stammen, siehe auch1.

AB wird in seiner Reinform ausschliesslich mit Seilen durchgeführt, die in Japan auch meist aus Jute oder Hanf zu sein scheinen. Stricke sollen möglichst symmetrisch verlaufen, sich kaum überlappen und eng am Körper anliegen. Stricke, die parallel verlaufen, sollten ohne Zwischenraum aneinander liegen, was besonders dann gilt, wenn mehrere Schlingen z.B. um die Handgelenke gelegt werden.
Es existieren einige Standardfesselungen. Mit AB verbindet man oft den rope dress, also Stricke, die auf weitgehend festgelegte Art und Weise um den Torso des Bottom gelegt werden, so dass Muster entstehen, die auch nach der Fesselung auf der Haut sichtbar bleiben. Die beiden bekanntesten sind Diamond und Box, beide werden gut in Büchern wie2 beschrieben und sind in der Grundform einfach zu erlernen.

Der Ursprung der AB wird teilweise in mittelalterlichen Klöstern Japans vermutet LV{Cal93}, da sie als Form der Meditation gesehen werden kann. Sie ist vergleichbar mit einem Steingarten, der von einem Gärtner unablässig mit dem Rechen geformt wird. Bei dieser Sicht von AB hat der Aktive (der Erfahrenere) die Aufgabe, einen Körper in eine bestimmte Form zu bringen, die Fesselung in allen Einzelheiten schon vorher zu kennen, oder aber durch "höheres Wissen" sofort ohne nachzudenken anfertigen zu können. Der Passive (Novize) wird dabei in eine Stellung gezwungen, in der sich gut nachdenken und meditieren lässt. Die AB wurde in den Klostern nicht nur als Bestrafung sondern auch als Lehrinhalt vermittelt. Im Westen fehlt fast durchgängig die meditative Grundlage, so dass man richtiger von Bondage nach asiatischer Art spricht.
Als andere Quelle wird die Ninjitsu-Technik genannt; demnach hätte die Bondage weniger meditative Zwecke sondern wäre in erster Linie als Strafe für Verbrechen und zur Folter von Kriegsgegnern entwickelt worden.

Die erste öffentliche Bondage-Performance in Japan wurde 1965 von Osada Sensei (was soviel wie Meister Osada heisst) vorgeführt.

Siehe auch Japan dort mehr über Mimik und Ausdruck der dargestellten Bottoms, wie auch Schwarz für die Frage der Farbzusammenstellung, und Fesselspiele für eine allgemeine Diskussion.

Literaturhinweise:
1. Grimme, Matthias T. J., 1999:
Das Bondage- Handbuch. Anleitung zum erotischen Fesseln.
2. Devon, Molly und Miller, Philip, 1995:
Screw the Roses, Send Me the Thorns. The Romance and Sexual Sorcery of Sadomasochism
Der Papiertiger: Nostril Torture*

 

Der Papiertiger: Zungenfolter

Besonders in Japan beliebte Form der Peinigung. Meist werden dazu Klammern verwendet, die auf die ausgestreckte Zunge gesetzt werden. Durch zu grobe Manipulationen an der Zunge können Blutergüsse entstehen, die Atmung und Schluckfähigkeit einschränken können.
Synonyme: tongue torture

 

Der Papiertiger: Stäbchenpresse

Das Essbesteck aus Japan kann in Verbindung mit zwei Gummibändern zu einem wirkungsvollen Peinigungsinstrument ähnlich wie Klammern benutzt werden. Dabei werden zwei Stäbchen zusammen gelegt und an jedem Ende mit Gummibändern zusammengebunden. Dieses Gebilde kann man nun für Brustfolter verwenden oder auch, eine japanische Variante, für Zungenfolter. Bei einer anderen Variante wird zuerst nur ein Ende mit Gummibändern gesichert, das andere erst dann, wenn zwischen die freien Enden ein Eis-Würfel eingeklemmt wurde. Die zu pressende Körperstelle, fast immer eine Brustwarze, wird jetzt in das von den Stäbchenenden ohne Eiswürfel gebildete V gelegt. Durch das langsam schmelzende Eis schliesst sich das V und zwängt dabei die Warze ein.
Cave: je nach Stärke der Gummibänder können bleibende Schäden am Gewebe entstehen. Weiter gelten die unter Klammern und Sicherheit vorgestellten Sicherheitshinweise.

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