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3. MedizinischesDie folgenden
Anmerkungen sollen nicht zur Abschreckung dienen, sondern sollen jedem,
der Bondage praktiziert, zeigen, wie man Unfälle vermeidet. Schließlich
muß einem ja jemand sagen, daß der Topf heiß ist, wenn
man ihn von der Kochplatte nimmt. Andere
gefährdete Stellen sind die Achselhöhlen, der innere Oberarm,
das innere Handgelenk und der obere Bereich mit der relativ empfindlichen
Daumensehne (daher bei Handschellen immer die Einrastsicherung betätigen
und bei einer Fesselung mit einem Seil, nach Möglichkeit die Hände
mit den Handflächen nach innen zusammen legen), der innere Ellenbogen,
die Leistenbeuge, die Knierückseite und die Achillessehne. In diesen
Bereichen laufen neben den Arterien häufig auch empfindliche Sehnen
und Lymphstränge. Bei Fesselungen
im Stehen, besonders wenn die Arme nach oben gestreckt sind oder auch
bei Hängefesslungen mit dem Kopf nach unten, kann es zu Kreislaufproblemen
kommen. Gerade Menschen mit niedrigem Blutdruck oder eher große
Menschen, neigen zu Kreislaufproblemen. Deswegen ist darauf zu achten,
daß die gefesselte Person nicht unkontrolliert umfallen kann. Wenn
in einem Einstiegsgespräch abgeklärt wurde, daß die Person,
die gefesselt werden soll, schon früher Kreislaufprobleme hatte,
sollte die- oder derjenige lieber im Liegen oder Sitzen gefesselt werden
um schon anfangs mögliche Probleme auszuschließen. Anzeichen
für Kreislaufprobleme sind: Hautblässe, kalter Schweiß
auf dem ganzen Körper, flaches kaum wahrnehmbares Atmen, verminderte
Ansprechbarkeit (das kann z.B. bedeuten, daß Rückmeldungen
ausbleiben). Verhalten wie oben (CSV-Reflex) mit sofortigem Befreien und
Hinlegen der Person, Hochlagerung der Beine, eventuell stabile Seitenlage.
Ein paar
Anmerkungen zum Abbinden des Penis und/oder der Hoden. Es gibt eine ganze
Menge Männer, die darauf stehen. Das Abbinden oder Einschnüren
des Penis (z.B. durch einen engen Cockring oder eines der anderen exotischen
Spielzeuge aus dem Erotikfachhandel) reduziert den Rückfluß
den Blutes und kann zu einer verlängerten Erektion führen. Das
ist häufig angestrebt und kann sehr aufregend sein. Wenn ein Penis
zu lange abgebunden bleibt, kann das mit der Zeit recht schmerzhaft werden.
Eine Entscheidung, ob die Fessel entfernt werden soll, sollte sich nach
dem Bedürfnis des Gefesselten richten. Jemanden
nackt in einem kühlen Schlafzimmer zu fesseln zeugt nicht von sonderlich
gutem Stil. Gerade bei Frauen kann es neben einer Erkältung wie man
sie sich bei Unterkühlung gerne mal einfängt auch zu einer Blasenentzündung
oder gar einem aufsteigenden Harnwegsinfekt kommen. Da eine Bondage-Session
für die meisten Leute sehr aufregend ist, verlieren die Opfer manchmal
das Gefühl dafür, daß ihnen kalt ist. Daher gehört
es in die Verantwortung des Aktiven, darauf zu achten, daß der Raum
immer gut beheizt ist und daß die Person nicht friert. Auch wenn
es optisch nicht immer der Bringer ist, ein paar dicke Skisocken oder
das Anbehalten der Schuhe, hat schon so manche Blasenentzündung verhindert.
Achtung: Heizlüfter sollten nie dichter als 1 Meter neben einer gefesselten
Person stehen. Bei längeren
Fesselungen (z.B. jemanden die ganze Nacht bewegungslos gefesselt schlafen
lassen) kann es zu Druckstellen bis hin zu Druckgeschwüren kommen.
Das wird besonders dadurch gefördert, daß jemand auf einer
nicht saugfähigen Unterlage liegt, wodurch der Schweiß sich
an den Auflagestellen sammelt. Das kann man vermeiden, wenn man dem Körper
erlaubt, immer mal wieder seine Lage zu verändern oder indem man
die Bondage mal nicht auf seinem Lieblingsgummilaken macht. Manche Bondages zwingen den Körper in für ihn ungewohnte Stellungen, das kann zu Überdehnungen an Gelenken und Muskeln führen. Besonders leicht kann das bei einer Ellenbogen-Bondage passieren. Es können die Symptome einer Sehnenzerrung, einer Muskelzerrung oder gar einer Gelenkkapselreizung auftreten. Maßnahme: Hotpack, heißes Bad, wärmende Salben. Bei länger dauernden Beschwerden sollte man den Facharzt aufsuchen. Wer mal
eben versucht irgendwelche exotischen Japan-Bondages, wie man sie in einem
Film oder Heft gesehen hat, nachzumachen, kann sich vielleicht mit dem
Problem eines ausgekugelten Schultergelenkes konfrontiert sehen. Hier
sollte sofort ein Eisbeutel aufgelegt werden, damit die auftretende Schwellung
möglichst gering bleibt und ein Einrenken möglich ist. Dann
den Notarzt aufsuchen, denn Einrenkungen sollte man dem Fachmann überlassen.
Sollte es trotz aller Kontrolle, doch einmal zu einer Nervenreizung oder -quetschung kommen, weil die Handschelle oder das Seil zu eng um die Handgelenke gelegen hat, sollte man diese Stelle gleich mit einem Eisbeutel kühlen. Nervenreizungen können sehr unangenehm sein und zu Taubheitsgefühlen in dem betroffenen Finger führen, die manchmal mehrere Tage und sogar Wochen anhalten können. Das ist jetzt ein ziemlicher Gruselkatalog möglicher Bondage-Folgen gewesen. Von allen sexuellen Praktiken ist aber Bondage die Technik bei der es am häufigsten zu kleinen Unfällen kommt. Diese bestehen meist nur aus einer ungewollten Hautabschürfung oder einem leicht gereizten Nerven, aber auch das ist bei Beachtung der Vorsorgemaßnahmen weitgehend zu vermeiden. Übrigens, Bondage schützt nicht vor übertragbaren Geschlechtskrankheiten. Deswegen sollte auch bei Bondage Safer Sex praktiziert werden. Gerade wenn sich jemand nicht wehren kann, ist es ein echter Vertrauensbruch, ungeschützten Sex ohne Absprache auszuüben. (Aus "Das Bondage-Handbuch" von Matthias T. J. Grimme, copyright 1999 by Charon Verlag) Bruce Esinem von Esinem.com
hat weitere wichtige medizinische Infos zusammengetragen. Leider nur in
englisch. Man findet die Informationen hier:
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