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HängebondageSuspension
steht für Hängen, es handelt sich also um Fesselungen, die das
Opfer in eine hängende Position bringen: waagrecht oder senkrecht,
mit dem Kopf nach oben oder nach unten, verschnürt wie ein Paket,
verpackt in einem Bondagesack, aufgehängt an einem Fesselgeschirr. Seit einiger Zeit ist zu beobachten, daß immer mehr Leute sich mit Bondage beschäftigen. Sogar in einigen großen Kaufhäusern, die einen "Mae Bee"-Shop haben, kann man inzwischen Bondage-Seil für "japanische Fesselungen" kaufen. Dabei scheint unterzugehen, daß es sich bei Bondage allgemein um eine zwar verbreitete, aber dennoch recht unfallträchtige erotische Technik handelt. Ob nun ein tauber Daumen vom Druck der Handschelle oder ein verrenkter Arm vom unsachgemäßen Versuch die Ellenbogen auf dem Rücken zusammen zu binden, ob brandwundenähnliche Hautabschürfungen vom zu schnell über die Haut gezogenen Seil oder tödlicher Konsequenz bei verunglückten Selbstbondage-Versuchen, die Anzahl der Unfälle ist deutlich höher als bei anderen Praktiken, sei es nun Cutting oder Nadeln, Schlagen oder Atemreduktionsspiele.
Das mag zum einen daran liegen, daß den meisten Leuten klar ist, auf welch gefährlichem Terrain man sich mit einer Kanüle oder einem Skalpell bewegt, was automatisch zu größerer Achtsamkeit führt, zum anderen liegt es aber auch daran, daß viele Leute Bondage betreiben, die noch nie etwas von einem SM-Handbuch oder einem Bondage-Handbuch gehört haben. Oft reicht ja auch der sogenannte gesunde Menschenverstand, damit nichts dramatisch falsches passiert, aber eben nicht immer. Glücklicherweise machen die meisten Leute, die Fesselspielchen aufregend finden (nach aktuellen Umfragen bis zu 30%) nur einfache Fesselungen im Bett. Doch nicht zuletzt durch Suspension-Bilder im Internet reizt es manchen, seinen Liebsten erotisch interessant unter den Dachbalken zu hängen. Und da kann es dann ganz schnell problematisch, gesundheitsgefährdend oder gar lebensgefährlich werden.
Nach vielen Jahren und Dutzenden von Bondage-Modellen ist für mich klar, daß die Grundvoraussetzung für Bondage und noch mehr für Hängebondage, ein Partner ist, der in der Lage ist, mich auf dem Laufenden zu halten und Störungen jeder Art artikulieren kann. Ich muß wissen, ob eine Hand taub wird, ein Arm einschläft oder es Atem- bzw. Kreislaufprobleme gibt und wann das psychische Wohlbefinden in Mißempfinden umschlägt. Jemand, der vor lauter Unterwürfigkeit meint, dem Bondage-Master nicht sagen zu dürfen, daß man sich nicht mehr wohlfühlt oder irgendwas wehtut und "sich komisch anfühlt", ist vollkommen ungeeignet für Bondage. Das das alleine reicht nicht aus. Wie bei dem von mir benutzten Bondage-Dreibein, dass eben nur dann stabil ist, wenn es auf seinen drei Beinen steht, müssen noch zwei andere Sachen klar sein: Der passive Partner muß sich darauf verlassen können, dass auf eine Störungsmeldung sofort (und nicht "gleich") eine Behebung dieser Störung veranlasst wird. Da aber manchmal der Aufmerksamkeitsfokus des Passiven mit anderem beschäftigt ist (der eigenen Geilheit, der Sensation zu "fliegen"), muß ich als Aktiver auch dann checken, ob immer noch alles in Ordnung ist, wenn keine Störungsmeldung kommt. Außerdem gibt es bestimmte Nerven, die geschädigt werden können, ohne dass sich die Schädigung durch Kribbeln ankündigt. Hierzu gehört speziell der Handheber (Radialnerv - Nervus Radialis). Die korrekte Funktion kann man während der Bondage überprüfen, indem man sich die Hand geben läßt und den passiven auffordert, mit seiner Hand eine Schiebebewegung nach außen zu machen, gegen den Druck meiner Hand. Gerade bei Leuten die erstmalig in der Suspension hängen, sollte diese Kontrolle mindestens alle 2 Minuten stattfinden. Ist die Hand des Passiven nicht mehr in der Lage zu drücken, heißt es sofort: Abbruch der Suspension - runter auf den Boden. Bei einer längeren Schädigung des Handhebers kann es zu einer Fallhand kommen. (Siehe zu diesem Nerven auch den Wikipedia-Eintrag hier)
Grundbasis zum Hängen setzt eine stabile Befestigungsmöglichkeit voraus z. B. in einem Deckenbalken, einer Betondecke oder an einem stabilen Bondagerahmen (aus Holz oder Metall). Krippenhaken oder Schaukelhaken sollten es sein. Bei seitlicher Anbringung oder seitlichem Zug entstehen Scherkräfte, die auch diese Haken verbiegen können. Um ganz sicher zu gehen, ist eine Zwei- oder Dreipunktaufhängung besser. Neben
stabilen Haken in der Decke oder besser noch einer kräftigen Balkenkonstruktion
die sicherheitshalber mit der Wand verdübelt ist und in sich verschraubt
sein sollte ist wie bei jeder Form von Bondage das Wichtigste, daß
keine Nerven abgeklemmt, kein Gefäß abgedrückt und kein
Muskeln, Sehnen oder Gelenke überdehnt werden. Grundsätzlich gilt: Eine Hängebondage ist im allgemeinen etwas für eine kurze Zeit (für Ungeübte maximal zwei Minuten), natürlich gibt es Techniken, die auch längere Suspensions möglich machen. Als Grundregel gilt: Je kleiner die Auflagefläche des Körpers in der Hängebondage, desto kürzer die Hängezeit. Verschiedene
Materialien: Der
Bondage-Sack (aus Leder oder stabilem Segeltuch, wird z.B. von
der englischen Firma Fetters angeboten) ist eine komfortable Lösung
einen Menschen auch mal etwas länger hängen zu lassen. Stabile
Aufhängevorrichtungen ermöglichen das Aufhängen sowohl
waagrecht als auch senkrecht. Handhebefesseln
gibt es in unterschiedlichen Ausführungen. Am meisten haben sich
die Fesseln bewährt, die einen Griff integriert haben, an dem sich
das Opfer festhalten kann. Bergsteiger-Hängegeschirre:
Professionelle Ausrüstung zum Abseilen einer Person. Man sollte sich
in einem Bergsportfachgeschäft vernünftig beraten lassen. Hängegeschirre aus dem SM-Bereich gibt es in unterschiedlichen Ausführungen. Ausnahmsweise sind hier meist die teureren Modelle auch die sichereren. Man sollte sie vorher auf Tragekomfort testen. Wichtig ist, daß sie in der Leistenbeuge gut gepolstert sind. Seile: Zu beachten ist hierbei, daß unterschiedliche Seile natürlich unterschiedliche Bruchlasten haben. Ganz allgemein kann man sagen, daß Kunststoff-Seile und Hanfseile eine größere Bruchlast haben, als Baumwoll-Seile. Daher sind Baumwoll-Seile eher ungeeignet für Hängebondages. Der Mindestdurchmesser der benutzten Seile sollte 6mm sein, Läden, die Bondage-Bedarf verkaufen, bieten aus gutem Grund 8mm Seile an. Merke: Je breiter das Seil, desto größer ist auch die Auflagefläche und damit verteilt sich der Druck auf mehr Gewebe. Die amerikanisch-europäische Variante benutzt recht viele Seilwindungen um Schultern, Taille, Schenkel um eine breite Auflagefläche zu schaffen. Von den einzelnen Seilwindungen geht dann jeweils das Seilende so nach oben, daß sich der Zug gleichmäßig auf alle Windungen verteilt. Nachdem die nach oben gehenden Seile an einem Seil- bzw. Flaschenzug befestigt sind, kann man die Person hochziehen. Bei der japanischen Variante gibt es zwei Grundformen der Hängebondage: Die
erste und traditionellste Möglichkeit ist es Seil in mindestens 8
parallelen Windungen (damit die Auflagefläche groß genug ist)
um Oberarme- Schultern-Brustkorb zu legen. Dann nimmt man ein weiteres
Seil welches hinten, seitlich oder vorne an allen Seillagen der Oberkörper-Bondage
befestigt wird. Dieses Seil wird dann an einem über dem Opfer hängenen
Karabiner
oder Bondage-Ring
(der an einem stabilen Haken befestigt ist) fest gemacht. Ein weiteres
Seil wird am Fußgelenk befestigt, geht durch einen weiteren Karabiner
und dann zurück um den Oberschenkel (wobei das Opfer dann nur noch
auf einem Bein steht) möglichst weit oben in der Leistenbeuge, wo
es befestigt wird. Mit einem zweiten Seil wird dann das andere Bein wie
das erste fixiert und schon hängt die Person. Bei der zweiten sehr viel anstrengenderen Variante wird die Person an den Handgelenken und den Fußgelenken aufgehängt. Hier ist die Verletzungsgefahr besonders groß. So sieht das aus!
Bitte beachten: Um japanische Hänge-Bondages korrekt auszuführen, üben die Schüler der Bondage-Mistresses und Meister recht lange und ausführlich! Suspension Bondage besonders mit Seil ist nichts für Anfänger, am besten besucht man vorher ein Seminar um sich zumindest ein paar Grundkenntnisse anzueignen oder studiert wenigstens ein Bondage-Handbuch oder Workshop DVDs (Gibts bei uns im Shop).
Aus gegebenem Anlass: Man sollte mit einem unerfahrenen Modell und/oder Bondage-Master eine Suspension beim ersten Mal maximal 2 Minuten ausführen. Wenn das alles ok war, kann man beim nächsten Mal 3 Minuten und so weiter ausprobieren.
Wichtig: Hier ein bißchen Physik für Bondage Master
Bildbeispiele zu verschiedenen japanischen Fesselungen sind hier.
Und damit Ihr seht, dass ich auch weiß, wie es sich auf der anderen Seite anfühlt, ein Test, den Andrea mit mir gemacht hat:
Lernmaterialien:
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